Die Zeckensaison hat begonnen!

21. März 2016

Pünktlich mit den ersten wärmeren Tagen werden die Zecken wieder aktiver. Hauptträger unter den Haustieren ist hier sicherlich der Hund, mit einigem Abstand gefolgt von der Katze.

Infizieren können sich die Tiere vor allem beim Stöbern in niedrigen Sträuchern und Gebüsch, wo die Zecken warten und sich von den Zweigen und Halmen der Pflanzen abstreifen lassen.

Hierzulande spielt vor allem der Holzbock (Ixodes ricinus) als heimische Zeckenart eine Rolle.

Zunehmend vermehrt sich hier aber auch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die als Besonderheit aktiv bei Geruchsaufnahme des Wirtes mit ordentlicher Geschwindigkeit auf diesen zuläuft und damit die Trefferquote erhöht. Das Besondere an dieser Zecke ist, dass sie Überträger der Babesiose oder Hundemalaria ist, eine  Erkrankung, die zunehmend auch in Deutschland zu finden ist (v.a. im Saarland).

Was ist jetzt das Gefährliche an den Zecken?

Nun, zum einen können Sie ein Nervengift tragen, das zu Lähmungen beim Wirt führt. Außerdem kann es Entzündungen an der Biss-Stelle geben. Zecken übertragen zahlreiche Erkrankungen. In Deutschland sind das vor allem Borreliose, Frühsommer-Zeckenenzephalitis FSME (selten beim Hund), Anaplasmose und die bereits erwähnte Babesiose.

In Südeuropa kommen noch verschiedene andere Erkrankungen wie Ehrlichiose und Rickettsiosen dazu, teilweise unter der Bezeichnung „Reisekrankheiten“ geführt.

Muss ich mein Tier vor Zecken schützen und wie mache ich das?

Manche Menschen finden alleine die Vorstellung, dass ihr Hund oder Katze Zecken mit nach Hause bringt, die dann irgendwo in der Wohnung abfallen, so eklig, dass für das wohlige Zusammenleben von Mensch und Tier ein Zecken- (und Floh-)Schutz angewendet werden muss. Manche Hunde bringen täglich mehrere Zecken mit, während es bei anderen nur ein bis zwei im Jahr sind (abhängig von der jeweiligen Wegstrecke und der individuellen Zecken-Attraktivität des Hundes). Katzen haben meist nicht so viele Zecken und vertragen bestimmte wirksame Medikamente (Pyrethroide, Permethrin) überhaupt nicht. Kleine Kinder sind im Haushalt und die Tierbesitzer möchten sie oder auch sich selbst nicht giftigen Substanzen aussetzen. Sie sehen, es gibt viele Überlegungen, die man in eine Behandlung einbeziehen muss.

Und wie schütze ich jetzt mein Tier?

Am besten sucht man sein Tier nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Zugegebenermaßen kann das bei einem dickfelligen und großen Hund schwierig sein. Jede Zecke sollte abgesammelt werden, sobald man sie findet. Für manche Krankheiten gilt eine Karenzzeit von ca. 12 Stunden, bis infektiöse Erreger aus der Zecke in den Wirt übertragen werden.

Beim Entfernen helfen Zeckenzangen, -karten oder –haken. Ob gedreht oder gezogen ist eigentlich unwichtig. Wichtig ist, nicht ruckartig zu ziehen, sondern der Zecke Gelegenheit zu geben loszulassen. Ansonsten reißt leicht der Kopf ab – kein Drama, aber ein möglicher Grund für die Entzündung der Biss-Stelle. Das Auftragen von Ölen, Klebstoff und dergleichen auf die Zecke sollte man lassen, denn diese sondert sonst im Todeskampf noch vermehrt infektiösen Speichel in die Wunde ab.

Hat Ihr Tier nur sehr wenige Zecken im Jahr und diese sind leicht zu finden, so mag diese Methode ausreichen.

Leinöl, Schwarzkümmelöl, Knoblauch (in größeren Mengen giftig!) mögen das Tier unattraktiver für Zecken machen, einen Befall können sie aber nicht verhindern. Denken Sie aus Sicht der Zecke: Der Hunger zwingt‘s trotzdem rein!

Bänder mit ätherischen Ölen sind im Grunde Tierquälerei. Stellen Sie sich doch mal vor, wie gut die Nase von Hund und Katze funktioniert und wie übel es dann sein muss, ständig den Geruch von Pfefferminz, Menthol und Ähnlichem direkt an sich zu haben, wenn Sie das Band noch aus einem halben Meter Entfernung riechen!

Diverse Medikamente aus Zoohandlungen, die die Atemwege von Zecken und Flöhen verstopfen sollen, funktionieren auch nicht wirklich. Stellen Sie sich doch mal vor, wie fettig der Hund sein müsste, damit das passiert! Ökotest hat solche Präparate „getestet“ und gut befunden, während alle Insektizide mangelhaft bewertet wurden. Leider hat man nur im Kleingedruckten lesen können, dass Ökotest keinen einzigen Wirksamkeitsnachweis durchgeführt hat und sich auf die Angaben der Hersteller und eine schlüssige Darstellung der Wirkungsweise verlassen hat. Hier zählte nur die Gegenüberstellung giftig – nicht giftig.

Also: Entweder Sie sammeln die Zecken ab und riskieren einfach, auch mal die allerletzte Zecke nicht gefunden zu haben. Oder Sie behandeln, dann aber bitte wirksam. Hier stehen verschiedene Spot on-Präparate oder Flohbänder zur Auswahl. Wenden Sie sich dabei an Ihre Tierarztpraxis, denn dort weiß man, welche Medikamente verträglich, wirksam und nicht zu giftig sind. Im besten Fall haben diese Medikamente eine repellierende, d. h. direkt Zecken-abwehrende Wirkung. Solche Präparate sind dann auch bestens geeignet, Ihr Tier während des Urlaubs im Süden oder in Frankreich (Babesiose!!) gegen Reisekrankheiten zu schützen. Diese Stoffe (Permethrin, Pyrethroide) dürfen Sie allerdings keinesfalls an Katzen anwenden und am besten auch nicht bei Hunden, die mit Katzen engen Kuschel-Kontakt halten.

Mittlerweile gibt es auch Tabletten auf dem Markt, die über 4 Wochen oder auch 3 Monate eine sehr gute Wirkung gegen Zecken oder Flöhe haben und gut verträglich sind. Das kann eine gute Alternative sein. Leider geistern noch viele Billig-Bänder mit eher giftigen, resistenzbeladenen Wirkstoffen im freien Handel herum. Da sollten Sie Ihr Geld lieber sparen.

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