Silvester - Stress für Hunde

30. November 2017

Silvester feiern wir zwar erst wieder in einem Monat, doch dieses Thema möchte ich ansprechen, solange noch etwas getan werden kann. Denn: Eine ganze Anzahl Hunde haben regelmäßig an Silvester Panik-Attacken, wenn die Knallerei losgeht.

Die Angstreaktion zeigt sich durch vermehrtes Hecheln, Sabbern, Jaulen und Wimmern. Die Tiere haben eine geduckte Körperhaltung mit eingezogenem Schwanz und angelegten Ohren. Manche verkriechen sich oder suchen ihr Heil in der Flucht.

Wird der Hund dann von seinen Besitzern ordentlich getröstet und bedauert, so fühlt er sich in seiner Angst auch noch bestätigt. Denn er versteht die Worte nicht, nimmt aber die veränderte, beunruhigte Stimme seines Besitzers wahr und missversteht die Botschaft.

Was jetzt tun?

Lassen Sie Ihren ängstlichen Hund an Silvester nicht allein. Seien Sie ihm ein souveräner Beistand. Setzen Sie sich zu ihm und lesen ein Buch oder essen etwas. Das zeigt dem Hund, dass sein Besitzer/Chef/Vorbild offensichtlich ganz entspannt und die ganze Angst womöglich unbegründet ist. Versuchen Sie, soviel von der Knallerei  draußen zu lassen wie möglich. Schließen Sie die Rollläden und eröffnen Sie eine andere Geräuschkulisse. Ob dies besser ruhige Musik oder eher Bass-lastige laute Musik sein sollte, darüber lässt sich streiten. Am besten, Sie probieren es aus.

Schränken Sie Ihre Spaziergänge auf das Nötigste ein und planen Sie so, dass Sie nicht gerade um zwölf Uhr nachts mit Ihrem Hund zum „Geschäft verrichten“ raus müssen.

Und wichtig: Lassen Sie Ihren Hund nicht von der Leine!!

Wie können Sie vorbeugen oder die Angst verringern?

Es gibt Geräusch-CDs mit verschiedenen Lärmquellen, die man dem Hund in steigender Dauer und Lautstärke vorspielen kann, um ihn so an den Krach langsam zu gewöhnen. Das klappt leider nicht immer, da hier der Lärm immer gezielt aus den Lautsprechern kommt und eben doch nicht identisch ist mit dem Original. Und – sie müssen Monate vorher mit dem Training beginnen.

Manchen Hunden hilft die Gabe bestimmter Nahrungsergänzungsmittel, die Stoffe wie Tryptophan oder bestimmte Caseine enthalten, die einen beruhigenden Effekt haben. Hiermit muss man aber mindestens drei Wochen vor Silvester beginnen.

Pheromon-Stecker und  –Halsbänder können mit ihrem entspannenden Botenstoff ebenso zum Stress-Abbau beitragen. Auch sie sollte man schon drei bis vier Wochen vor Silvester anwenden.

Bachblüten, v.a. Rescue-Tropfen können im akuten Fall den Stresspegel des Tieres senken.

Nur in den sehr schweren Fällen von Panik sind Beruhigungsmittel notwendig. Hier steht seit einem Jahr ein Beruhigungsmittel zur Verfügung, das für die eigentliche Silvesternacht gut geeignet ist, allerdings nicht für eine tagelange Dauerbehandlung.

Am besten, Sie lassen sich frühzeitig in unserer Tierarztpraxis in Bischofsheim informieren.

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