Herbstgrasmilben - Es juckt schon wieder!

05. August 2017

Viele Tierbesitzer werden zur Zeit wieder beobachten, wie sich ihre Hunde oder freilaufenden Katzen vermehrt kratzen und benagen.

Ursache sind – neben Flöhen – häufig die mit bloßem Auge gerade noch zu erkennenden orangeroten Larven der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis).

Während diese Milben während fast aller Entwicklungsstadien im Boden oder Gras leben und  sich dort von kleinsten Insekteneiern, Pflanzenmaterial und dergleichen ernähren, parasitieren ihre Larven auf Säugetieren.

Im Wesentlichen in der Zeit von Juli bis Oktober klettern diese Larven dann an Grashalmen und anderen Pflanzen hoch und lassen sich von vorbeikommenden Säugetieren abstreifen. Am Wirt suchen Sie sich besonders feuchtwarme, dünne, gut durchblutete Hautstellen (u. a. Pfoten, Ellbogenbeuge, Innenschenkel, Kopf und Ohren), ritzen dort die Haut an und ernähren sich über mehrere Tage von dem austretenden Sekret. Danach lassen sich die Milbenlarven abfallen und beenden ihre Entwicklung wieder auf dem Boden.

Eine Vermehrung in Wohnräumen findet nicht statt. Menschen stecken sich wie ihre Tiere im Freien an.

Nun ist nicht jede Katze und jeder Hund gleich empfindlich. An manchen Tieren findet man die Milben nur zufallsbedingt, ohne dass Hautirritationen entstehen. Die Tiere können sich aber zunehmend gegen den Milbenspeichel allergisieren und reagieren dann mit mehr oder minder starkem Juckreiz, Pusteln, Haarausfall und möglichen bakteriellen Sekundär-Infektionen. Manche Katze sieht dann aus wie von Motten angefressen.

Leider gibt es gegen diese Plagegeister nur ein wirklich wirksames Allheilmittel: Drinnen bleiben – und das macht bei schönem Sommerwetter ja gar keinen Spaß!

Was also kann man tun?

Manchmal sieht man schon mit bloßem Auge Ansammlungen von Milben als orangerote, leicht krustige Flecken, die man mit etwas Öl leicht entfernen kann. Vereinzelte entzündete Stellen können mit Juckreiz- und entzündungshemmenden Salben behandelt werden. Schwere Allergien bekommt man oft nur durch diverse Cortison-Behandlungen während der „Saison“ in den Griff. Darüber hinaus können bestimmte cortisonfreie, aber stark juckreizhemmende Tabletten bei Hunden Entlastung bringen.

Leider haben Insektizide nur eine geringe Wirkung. Die Milben sind zwar leicht abzutöten, würden aber nach ein paar Tagen sowieso abfallen. Und bis danach die Haut abgeheilt ist, sind meistens schon die nächsten Milben am Werk.

Bestimmte Mittel haben einen milbenreduzierenden Effekt, müssen aber fast täglich angewendet werden.

Hilfreich ist bestimmt, nach dem Spaziergang bei Hunden Pfoten, Beine und Bauch abzuwaschen, um die Milben zumindest teilweise mechanisch zu entfernen, solange sie sich noch nicht niedergelassen haben. Die häufige Nutzung von Shampoos kann die Haut allerdings austrocknen und irritieren.

Und so gibt es nur einen Trost: Mit den ersten Nachtfrösten verabschieden sich die Herbstgrasmilben wieder – bis zum nächsten Jahr!

» zurück zu den News