Grannen - schmerzende Vorboten des Sommers

30. Mai 2014

Ausgerechnet dann, wenn der Aufenthalt im Freien am schönsten ist, lauern alle möglichen Gefahren, die Hund und Katze das Leben schwer machen können.

Beginnend in trockenen Zeiten im Juni, reifen die Samen von Gräsern, die teils mit langen und Widerhaken-besetzten Haaren, den  Grannen, besetzt sind. Ein besonders garstiger Vertreter dieser Gräser ist die Mäusegerste, die häufig  an Wegrändern steht und 20-40 cm hoch ist.

Durchstreifen die Tiere die trockenen, gelben Gräser, so lösen sich die Grannen ab und bleiben am Tier hängen. Die Widerhäkchen verhindern ein Abschütteln und lassen die Grannen-Spitzen immer tiefer durch das Fell auf die Haut wandern. Dort können sie die Haut vor allem an weichen Bereichen wie den Achselhöhlen  oder den Innenschenkeln durchdringen und schmerzhafte eiternde Fisteln oder Abszesse hervorrufen. Dasselbe passiert häufig im Zwischenzehenbereich. Dem Besitzer fällt dann ein intensives Belecken der Stelle auf. Oft verschwinden die Grannen vollständig in der Haut und sind nur mühsam unter Narkose chirurgisch aufzufinden und zu entfernen.

Gelangen die Grannen in die Ohren, so dringen sie mit jedem Schütteln tiefer in den Gehörgang bis zum Trommelfell ein und verursachen große Schmerzen und Entzündungen.

In den Augen verstecken sich die Grannen gerne hinter dem dritten Augenlid oder in Bindehautfalten und verursachen plötzlich auftretende, heftige Schwellungen der Bindehäute. Durch das Reiben der Widerhaken auf der Hornhaut des Auges können massive Hornhautverletzungen auftreten.

Eingeatmet tritt heftiger Niesreiz oder Husten und oft einseitiger Nasenausfluss auf.

Gemeinsam haben alle Lokalisationen, dass das Auffinden und Entfernen der Fremdkörper oft schwierig ist und dem Tierarzt überlassen werden sollte. Aufgrund der akuten und schmerzhaften Entzündungen vor allem an Auge und Ohr sollte hiermit auch nicht gewartet werden.

Vorbeugen kann man, indem man vor allem bei längerhaarigen Hunden die Haare im Zwischenzehenbereich kürzt und vor allem filzige Knötchen entfernt. Nach dem Spaziergang macht es Sinn, den Hund auf Grannen im Fell zu untersuchen und diese zu entfernen. Besonders lang- und schlappohrige Rassen wie Cocker Spaniels sind für Ohr-Fremdkörper empfänglich. Mit diesen Tieren sollte man die Wegrand-Mäusegerste wirklich meiden!

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