Blasenentzündungen bei der Katze

14. Oktober 2013

Setzt Ihre Katze sich vermehrt zum Urinabsatz hin? Springt sie hektisch wieder auf und läuft weg, bevor sie dann für den nächsten Versuch wieder zur Katzentoilette zurückkehrt? Verrichtet sie ihr „kleines Geschäft“ möglicherweise außerhalb des Katzenklos, auf Fliesen, in der Dusche, in der Badewanne oder ähnliches? Sehen Sie dann rötlich verfärbten Urin? Sind die Streuklumpen plötzlich zahlreicher, aber winzig klein?

Dann könnte es sein, dass Ihre Katze an einer Zystitis (=Blasenentzündung) leidet, die Ihr wie im selben Fall auch dem Menschen heftige Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, evt. bis hin zur Übelkeit, verursachen kann.

Verursacht werden diese Entzündungen sehr häufig durch Kristalle im Urin, die unter anderem fütterungsabhängig auftreten und durch ihre scharfen Spitzen und Kanten die Oberfläche der Blasenschleimhaut reizen. Diese Kristalle können sandförmig oder auch als solide Blasensteine auftreten.

Nicht selten findet man bei Katzen auch Zystitiden unbekannter Ursache, die sogenannte „idiopathische Zystitis“. Man könnte dies am ehesten als Reizblase bezeichnen. Bekannt ist, dass diese Entzündungen durch Stress (z.B. durch Veränderungen in der Umgebung, Umzüge, Pobleme mit anderen Vier- oder Zweibeinern und ähnliche Dinge) entstehen können. Auch weisen diese Katzen gehäuft eine erhöhte Empfindlichkeit der Blasenwand durch eine größere Zahl schmerzempfindlicher Nervenzellen oder eine unvollständige schützende Schleimschicht an der Oberfläche auf.

Bakterien sind als Ursache von Blasenentzündungen eher von untergeordneter Bedeutung und stellen oft mehr die Komplikation einer Vorschädigung der Blasenwand dar.

Was kann man tun? Akute Blasenentzündungen werden mit entzündungshemmenden, schmerzstillenden Medikamenten und häufig auch mit einem Antibiotikum behandelt. Um die Kristallbildung im Urin zu reduzieren, gibt es Spezialfutter. Grünlippmuschelpräparate reparieren die lückenhafte Schleimschicht. Eine Steigerung der Trinkwassermenge der Katze erreicht man durch das Aufstellen mehrerer Wassernäpfe (aus evt. unterschiedlichen Materialien und an  unterschiedlichen Plätzen) sowie durch spezielle Trinkbrunnen für Katzen. Da in vielen Fällen eine Stresskomponente zugrunde liegt, sollte man versuchen, die entsprechenden Situationen zu entschärfen.

Wichtig: Setzt sich Ihre Katze (bzw. vor allem Ihr Kater) dauernd zum Urinabsatz hin, jammert und kann keinen oder nur kleine Tropfen Urin lassen, so könnte eine lebensgefährliche Verstopfung der Harnröhre mit Blasensteinen erfolgt sein. In diesem Fall gehört die Katze umgehend zum Tierarzt!

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